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Review: Otherland

Cyberpunk und virtuelle Welten – Die Romanserie Otherland von Autor Tad Williams konnte auf ganzer Linie überzeugen, weswegen wir uns voller Vorfreude in die Abenteuer im gleichnamigen MMORPG stürzten.

Otherland will einen erfrischenden Wind in das Genre bringen, das eigentlich von Orks, Elfen und Zauberei beherrscht wird: Ihr seid in einer virtuellen Welt, dem Cyberspace, unterwegs, in dem ihr zahlreiche Abenteuer in verschiedenen Gebieten erlebt. Allein das Szenario hebt das MMO von anderen Genrevertretern ab – ohne sich aber zu sehr von den Grundzügen eines MMOs zu entfernen. Denn auch in Otherland stellt ihr euch den Herausforderungen gemeinsam mit euren Freunden.

otherland screen 1Das „Netz“ ruft!

Die Geschichte beginnt nach den Ereignissen in den Romanen von Tad Williams. Heldin Renie konnte die Gralsbruderschaft besiegen und das „Netz“ damit aus den Fängen dieser dunklen Macht befreien. Doch es gibt weitere Probleme. Denn ohne die Führung der Gralsbruderschaft ist das „Netz“ nicht mehr das, was es einst war und andere Kräfte haben nun die Chance, die Kontrolle zu übernehmen. Ihr seid ein User, der in den virtuellen Welten des „Netzes“ lebt und im Auftrag von Renie und ihren Freunden versucht, diese dunklen Mächte zu identifizieren, sie aufzuhalten und das „Netz“ zu seinem einstigen Glanz zurückzuführen. Wie man sieht, legt man im MMORPG Otherland sehr viel Wert auf die Backstory. Diese wird durch viele Quests erzählt, die sich in der Struktur ein wenig von denen anderer MMOs unterscheiden: Jede Quest erzählt eine wirkliche Geschichte und fügt sich in die gesamte Story ein. Es gibt kaum Grinding-Quests, die man aus anderen MMOs kennt. Das führt allerdings auch dazu, dass es weniger Missionen zu erledigen gibt, die dafür aber umso interessanter sind. Diese Quests führen euch zu verschiedenen Welten innerhalb des „Netzes“. Dazu gehört EightSquared, die an eine Fantasywelt erinnert, oder Five Isle, eine Welt, welche die fünf Elemente Feuer, Erde, Luft, Wasser und Metall repräsentiert. In diesen Welten erwarten euch nicht nur NPCs und Quests, sondern zudem jede Menge Gegner.

Das Kampfsystem von Otherland unterscheidet sich von dem Tab-Targeting anderer MMOs. Es ist sehr aktiv und daher auch Action-orientiert. Man hat das Gefühl, nicht einfach nur Befehle zu erteilen, sondern wirklich am Geschehen teil zu nehmen und seine Waffen abzufeuern. Welche das sind, bestimmt ihr, denn während der Charakterschaffung entscheidet ihr euch nicht nur für ein individuelles Aussehen eurer Spielfigur, sondern auch für eine von vier Klassen: Der Assassine ist ein Meuchelmörder, der aus den Schatten Nahkampfangriffe ausführt. Der Energizer stellt eine Mischung aus Fernkämpfer und Heiler dar. Der Marksman ist ein Fernkämpfer mit hoher Durchschlagskraft und der Warrior schließlich ist der Tank. Im Rahmen des Tutorials habt ihr die Möglichkeit, alle vier Klassen auf Probe zu spielen, während ihr euch mit dem MMO vertraut macht. So bekommt ihr ein gutes Gefühl dafür, welche Klasse ihr letzten Endes wählen solltet. Übrigens ist es möglich, über das Metamorph-Feature jederzeit euer Aussehen anzupassen.

Alles, was ein MMO braucht

otherland screen 2In der Lambda Mall, dem Hub des Spiels, trefft ihr auf andere Spieler, mit denen ihr euch zusammenschließen dürft. Hier ist es zudem möglich zu handeln, um an bessere Items zu kommen. Lambda Mall ist grafisch interessant aufgemacht und repräsentiert den Cyberspace mit Energielinien, bunten Farben und Effekten sehr gut. Von der Lambda Mall aus gelangt ihr zu allen anderen Welten, in denen die Abenteuer auf euch warten.

Housing spielt in Otherland ebenfalls eine Rolle. Euer Haus findet ihr im sogenannten USpace. Euer Haus ist übrigens auch ein idealer Ort, um euren Helden und dessen Items zu verbessern. Denn dies geschieht in Otherland über SOMA und eDNA. SOMA ist ein Rohstoff, der in den Welten des „Netzes“ in verschiedener Form vorkommt und den ihr zum Craften nutzen könnt. eDNA dagegen sammelt ihr von besiegten Feinden und könnt diese dann entweder klonen, damit sie euch bewachen, oder ihr stellt Items her, welche die Feinde genutzt haben. Euch selbst verbessert ihr, indem ihr eure Skills bei einem der Skilltrainier trainiert.

Wie sich das für ein MMORPG gehört, könnt ihr euch auch in Otherland mit anderen Spielern zu Clans zusammenschließen und in PvP-Gefechten gegen andere Clans antreten. PvP ist im Grunde – abgesehen von Safe Zones – überall möglich. Ihr müsst euch allerdings für PvP bereit erklären. Man kann euch also nicht einfach überall aus dem Hinterhalt angreifen, während ihr gerade versucht, eine Quest zu erledigen. Otherland bietet für MMORPG-Fans ein Rundum-Paket eingewickelt in ein abwechslungsreiches, unverbrauchtes und interessantes Szenario. Quests, die eine Story erzählen, Crafting, PvP, Action-orientierte Kämpfe, Teamplay und abwechslungsreiche Gebiete.

Definitiv einen Blick wert

otherland screen 3Allerdings hat Otherland derzeit noch mit einigen Problemen zu kämpfen, die hauptsächlich technischer Natur sind. Da das Spiel von einem neuen Entwickler übernommen wurde, sind diese technischen Probleme durchaus verständlich. Serverdowns, Login-Probleme, Lags oder Hänger, bei denen Funktionen plötzlich nicht mehr anwählbar sind, sowie endlose Ladezeiten, die nur durch Neustart des Spiels behoben werden können, sind Dinge, welche die Entwickler sicherlich bald in den Griff bekommen. Hier und da fehlen noch einige Erklärungen, beispielsweise welche Wirkung manche Skills haben und am Balancing muss ebenfalls noch geschraubt werden, sodass sich die Kämpfe etwas angenehmer und fairer gestalten. Otherland ist aber definitiv für alle einen Blick wert, die ein MMORPG in einem neuen, unverbrauchten Szenario spielen wollen, ohne dabei auf gängige MMO-Konventionen verzichten zu wollen.

Wertung

Sollte man Otherland spielen? Ja!

Pro:

Quests, die Geschichten erzählen
Unverbrauchtes, neues Szenario
Schnelle, actionreiche Kämpfe
Gute Grafik
Gute Teamplay-Möglichkeiten
Lange Spielzeit

Contra:

Noch einige technische Macken
Balancingprobleme
Fehlende Erklärungen

 

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